Video zum Kurzarbeitergeld: Leistungsantrag ausfüllen (Teil 2)

Nachdem die Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld aufgrund einer Anzeige über Arbeitsausfall bewilligt hat (Erläuterung mit Ausfüllanleitung im Video), muss im nächsten Schritt für jeden Monat mit Kurzarbeit ein Leistungsantrag gestellt werden. Erfahren Sie hier, wie der Antrag auszufüllen ist.

Leistung berechnen

Die Berechnung des Kurarbeitergeldes (KUG) übernehmen in der Regel Lohnprogramme. Die Werte können Sie für Leistungsanträge daraus kopieren.

Beachte
Da für den Leistungsantrag auf Kurzarbeitergeld ein Nettobetrag errechnet wird, sollte die tatsächliche Abrechnung des erstattungsfähigen Arbeitsentgelts erst nach der schriftlichen Bewilligung durch die Bundesagentur für Arbeit erfolgen. Sofern Sie das Kurzarbeitergeld vor der Bewilligung ermitteln, kann dies im Fall der Ablehnung zu aufwendigen Lohnkorrekturen führen. Zudem sind die berechneten KUG-Zahlungen im Fall einer Ablehnung nicht erstattungsfähig.

Folgende Angaben müssen dafür im Lohnprogramm gepflegt sein:

Angaben zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes

Angabe

Quelle

Wochenarbeitszeit

Arbeitsvertrag oder Abstimmung mit dem Mandanten

Kurzarbeitsstunden

Aufzeichnung des Mandanten

SOLL Bezüge

Arbeitsvertrag, bei unregelmäßigen Arbeitszeiten ggf. Durchschnittsbildung

Leistungsantrag mit Kurzantrag stellen

Der Leistungsantrag auf Kurzarbeitergeld sollte sich nach der Lohnberechnung durch das eingesetzte Lohnprogramm aufrufen lassen. Der Leistungsantrag setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen,

  1. dem eigentlichen Antrag und
  2. der Abrechnungsliste in der alle betroffenen Arbeitnehmer einzeln mit Ihren Stunden und Entgelt aufgeführt sind.

Die Bundesagentur für Arbeit stellt speziell für Anträge aufgrund von Arbeitsausfall in der Corona-Krise einen gesonderten (kürzeren) Leistungsantrag zur Verfügung. Dieser umfasst nur eine anstatt zwei Seiten. Die Auswahlmöglichkeiten (u.a. zum Abbau des Resturlaubs, der Auszahlung des KUG und zum Abbau von Arbeitszeitkonten) des regulären Leistungsantrags werden in Form einer Bestätigungserklärung bereits vorgegeben. Der Kurzantrag geht davon aus, dass alle Urlaubsansprüche abgebaut wurden und alle Stunden der Zeitkonten abgebaut wurden. Sowohl der Kurzantrag wie auf der reguläre Antrag sind für die Leistungsabrechnung gültig.

Beachte
Gibt Ihr Lohnprogramm aufgrund eines aktuellen Updates zur Vereinfachung nur den Kurzantrag aus, sind eventuelle Abweichungen zu den aufgeführten Bestätigungen (z.B. das bei einem Teil der Arbeitnehmer noch Resturlaub zu berücksichtigen war oder Arbeitszeitkonten abgebaut wurden) gesondert mitzuteilen.

Folgende Angaben sollten im Zusammenhang mit der Leistungsabrechnung überprüft und bestätigt werden. Eine Bestätigung erhalten Sie z.B. durch die Unterschrift des Mandanten auf dem Antrag.

Angaben zur Bestätigungserklärung im Leistungsantrag

Angabe

Zu klärender Sachverhalt

Resturlaub 2019

Wurde der Urlaub aus 2019 vor dem Beginn der Kurzarbeit aufgebraucht?

Arbeitszeitkonten

Bestehen Arbeitszeitkonten, die noch verrechnet werden müssen?*

Anspruch auf KUG

Sind alle in der Abrechnungsliste aufgeführten Arbeitnehmer anspruchsberechtigt? Wurden Arbeitnehmer zwischenzeitlich gekündigt?

Nachweis über die Auszahlung

Sind alle Auszahlungen des KUG beleghaft nachweisbar (Kontoauszug oder Quittung)?

*Ausnahme: negative Zeitkonten müssen aktuell nicht ausgeglichen werden!

Kontrolle der Leistungsabrechnung

Für die Kontrolle der Leitungsanträge bietet sich die manuelle Berechnung des Kurzarbeitergeldes an. Diese können Sie anhand der Tabelle zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes der Bundesagentur für Arbeit ermitteln (siehe Arbeitshilfen links).

Für die Berechnung des Kurzarbeitergeldes lesen Sie den Wert des SOLL-Entgelts aus der Tabelle ab (rechnerischer Leistungssatz I). Davon subtrahieren Sie den – ebenfalls aus der Tabelle abgelesenen – Wert des IST-Entgelts (rechnerischer Leistungssatz II). Die darauf zu zahlenden und erstattungsfähigen SV Beiträge werden mit folgender Formel ermittelt:

KUG x 0,8 x 37,6%

Für die Berechnung müssen

  • die Lohnsteuerklasse des Arbeitnehmers und
  • der Leistungssatz

angewendet werden. Leistungssatz I haben alle Angestellten, die mindestens einen Kinderfreibetrag von 0,5 in den Lohnsteuerabzugsmerkmalen aufweisen oder für die eine gesonderte Bescheinigung über die Anwendung des Leistungssatz I vorliegt. Diese wird von der Bundesagentur für Arbeit ausgestellt. Alle anderen Arbeitnehmer sind mit Leistungssatz II zu berechnen.

Porträt von Timo Kaiser

Timo Kaiser

Timo Kaiser ist Steuerfachwirt, Fachassistent Lohn und Gehalt. Als Kanzleimanager ist er neben fachlichen Aufgaben für die Prozessoptimierung und Digitalisierung in einer Kanzlei mit ca. 25 Mitarbeitern zuständig.